Deutscher Gewerkschaftsbund

13.05.2014

Nur die SPD hatte Interesse an der Gesprächsrunde beim DGB

 

Die gesamte FDP hatte einen anderen Termin, die Linke entschuldigte sich und andere Kreistagskandidaten meldeten sich überhaupt nicht - nur drei Kandidaten für den Kreistag von Ostprignitz-Ruppin erschienen am Freitag um 18.00 Uhr in der Gaststätte „Klosterhof“ in Neuruppin. Karsten Mohnke, Marion Liefke und Sven Alisch, allesamt SPD-Kandidaten. Mit einigen interessierten Bürgern und Bürgerinnen der Kreisstadt und dem Moderator der Gesprächsrunde, ver.di-Bezirksgeschäftsführer Marco Pavlik, waren ein gutes Dutzend Menschen in dem Raum der Gaststätte.

Die Kandidaten sollten sich äußern, warum sie denn gewählt werden sollen, was sollen ihre persönlichen Schwerpunkte im Kreistag sein.

Einig waren sich alle drei, dass der Schienenpersonennahverkehr nicht ausgedünnt und deren Betreiberkosten nicht auf den Kreis abgewälzt werden dürfen, anderenfalls einzustellen ist. Das Land ist in der Pflicht, sagten Sven Alisch und Karsten Mohnke. Konkret ging es um die Linien RB 73 und RB 74. Alisch will sich im Kreistag dafür stark machen, dass das Land Brandenburg ein neues Streckenkonzept ohne die heute unsäglich vielen Umsteigepunkte entwickelt. Hierbei soll es um eine vernünftige Anbindung der brandenburgischen Orte - auch der weiter von Berlin entfernten - untereinander gehen, statt nur Verknüpfungen mit Berlin zum Maßstab zu machen.

Karsten Mohnke steht dafür, dass nach dem Prinzip „Kurze Füße - kurze Wege“ die heutigen Schulstandorte im ländlichen Raum erhalten bleiben. Die Kinder immer öfter auf lange Busfahrten zu ihrer Schule in die noch etwas größeren Städte zu schicken, begünstigt das Aussterben ganzer Regionen. Stattdessen will Mohnke dort, wo ganze Schulbetriebe nicht mehr erforderlich sind, so genannte „Filialen“ erhalten. Die Schüler gehen wie gewohnt in ihrer Gemeinde in die Schule und die Lehrer müssen teilweise pendeln, wenn an den „Filialen“ bestimmte Fachlehrer nicht mehr dauerhaft tätig sein sollen.

Marion Liefke, Sven Alisch und Karsten Mohnke werden dafür streiten, dass der kostenlose Schülerverkehr, das OSZ und die Musikschule erhalten bleiben. Wichtiger Schwerpunkt von Marion Liefke wird sein, sich dafür einzusetzen, dass die Gruppenschlüssel im Kitabereich mindestens eingehalten werden und nicht einzelne Erzieherinnen immer öfter eine doppelt oder dreimal so große Gruppe wie gesetzlich erlaubt, betreuen. Sie möchte in Sachen „Arbeitsförderung“ einen „Runden Tisch“ einrichten, an dem das Jobcenter, Handwerker und andere Betriebe aus der Region gemeinsam Ideen entwickeln und umsetzen, um mehr Menschen in Arbeit zu bringen und somit auch dem Norden Brandenburgs eine lebenswerte Perspektive bieten.

Von einer erneuten Kreisgebietsreform halten alle drei Kandidaten nichts, weil es für sie keine wirklich überzeugenden Argumente gibt, z.B. den Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit wem auch immer zu verschmelzen. Allerdings glauben sie, dass die Bevölkerungsentwicklung darüber entscheiden wird und nach der Landtagswahl der Neustrukturierungszug volle Fahrt aufnehmen wird.


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