Deutscher Gewerkschaftsbund

06.02.2018

DGB-Region unterstützte MetallerInnen bei Forderungen

Die IG Metall kam in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Würtemberg zu einem "guten Abschluß mit einer offenen Herausforderung für die Beschäftigten in Ostdeutschland" sagte der Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Olivier Höbel. Dazu wird es ein Wahlmodell bei der Arbeitszeit geben. Die DGB-Region Westbrandenburg und KollegInnen aus den Kreisverbänden unterstützten die Forderungen auch vor Ort.

Olivier Höbel verwies darauf, dass die IG Metall ein "materiell gutes Ergebnis mit einem neuen Arbeitszeitsystem für die Beschäftigten und mehr Mitbestimmung im Betrieb erreicht" hätten. "Jetzt müssen wir in unseren regionalen Übernahme-Verhandlungen für Berlin und Brandenburg (...) erreichen, dass wir endlich eine belastbare Verhandlungsverpflichtung für eine Angleichung der Wochenarbeitszeit im Osten bekommen."
Die Kolleginnen und Kollegen hätten rund um die Uhr gezeigt, "dass die Menschen im Osten keine Arbeitszeit-Mauer mehr ertragen wollen und bereit sind, für eine Gleichbehandlung und gegen Diskriminierung zu kämpfen", so Höbel weiter.

Mehr Geld und Arbeitszeiten, die zum Leben passen

Der Tarifvertrag sieht ab 1. April 2018 eine Entgelterhöhung von 4,3 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 100 Euro für Januar bis März 2018 vor. Ab 2019 erhalten alle Beschäftigten durch einen neuen Tarifvertrag eine Erhöhung des Jahreseinkommens von 27,5 Prozent eines Monats-Einkommens plus einen Festbetrag von 400 Euro. Dies summiert sich bei Vollzeit-Beschäftigten auf eine Erhöhung des Jahreseinkommens von rund 1.200 Euro. Beschäftigte, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder in Schicht arbeiten, können wählen, ob sie statt des tariflichen Zusatzgeldes acht freie Tage nehmen wollen. Zwei Tage davon finanziert der Arbeitgeber. Der Tarifvertrag sichert zudem den Beschäftigten einen Anspruch auf Reduzierung ihrer Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für bis zu 24 Monate. Danach haben sie das Recht, zu ihrer ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. März 2020.

IGM TARIFERGEBNIS 2018

Bild © IG Metall

Nachdem die Arbeitgeber auf die ersten Warnstreiks nicht wirklich reagierten, wurden bei der IG Metall erstmals die 24-h-Warnstreiks  beschlossen!
GewerkschafterInnen in Betrieben im Gebiet der IG Metall Potsdam/Oranienburg und der IG Metall Ludwigsfelde votierten in Abstimmungen wie bei ZF in Brandenburg/Havel, MAHLE in Wustermark und SCHAEFFLER in Ludwigsfelde - alle in Westbrandenburg - eindeutig mit fast 100% für die 24h-Warnstreiks.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen oder sich zu solidarisieren, traten auch viele Beschäftigten aus anderen Betrieben der Region Westbrandenburg seit dem 4.Januar 2018 an verschiedenen Tagen in Warnstreiks, so unter anderem bei BOMBARDIER in Hennigsdorf, bei AIRBUS in Potsdam oder BSH in Nauen.

Die Kolleginnen und Kollegen der Westbrandenburger DGB-Regionsgeschäftsstelle in Potsdam sowie der DGB-Kreis- und Stadtverbände hatten ihre Unterstützung zugesagt und waren bei sehr vielen Warnstreiks mit vor Ort.

 

Frank Techen, DGB-Regionsgeschäftsführer in Westbrandenburg, betonte in seinen Grußworten an die warnstreikenden Kolleginnen und Kollegen, wie "wichtig und wegweisend ihr Arbeitskampf auch für die Beschäftigten anderer Branchen sei", dass es auch um "eine gesamtgesellschaftliche Forderung" geht, soll u.a. der "Wandel durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt" gelingen.

Und: "Die Einführung der 35-Stunden-Woche sei längst überfällig, die Ost-West-Spaltung in dieser Frage gehört so viele Jahre nach der Wiedervereinigung endlich überwunden!"

Techen versicherte den Kolleginnen und Kollegen die Solidarität auch der anderen DGB-Gewerkschaften in Westbrandenburg und versprach, dass, "wenn die Arbeitgeber sich nicht bewegen und es zu den ganztägigen Warnstreiks kommen sollte, wir auch wieder unterstützend mit vor Ort sind!"

IGM Warnstreik bei ZF in Brandenburg

Bild © DGB Westbrandenburg

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