Deutscher Gewerkschaftsbund

10.05.2017
Schutz vor Arbeitsausbeutung von ausländischen Beschäftigten

Golze und Zinke bei "Migration und Gute Arbeit" in Potsdam

Ein Jahr Bestehen der Fachstelle

Ein knappes Jahr des Bestehens der Fachstelle "Migration und Gute Arbeit" im Land Brandenburg waren für die Arbeitsministerin Diana Golze und der Berlin-Brandenburgischen DGB-Vorsitzenden Doro Zinke wichtiger Anlass, im Potsdamer Gewerkschaftshaus, dem Sitz der Beratungsstelle, mit den Kolleginnen und Kollegen um den Fachbereichsleiter Dr. Philipp Schwertmann zu einem Arbeitsgespräch zusammen zu kommen und eine erste Bilanz zu ziehen.
Die Fachstelle wurde im Juli 2016 zum Schutz vor Arbeitsausbeutung ausländischer Beschäftigter vom DGB Berlin-Brandenburg gestartet und erfährt durch das Land Brandenburg finanzielle Unterstützung.
Das Team der Fachstelle bilanzierte ihre Arbeit so : In den ersten 8 Monaten nach dem Start wurden fast 180 unterstützte Personen unterstützt, denen insgesamt mehrere Zehntausend Euro Löhne unrechtmäßig vorenthalten wurden, denen immerhin über 8.000 Euro durch das Eingreifen der Fachstelle tatsächlich ausgezahlt wurden.

An dem Gespräch nahm auch der Regionsgeschäftsführer der DGB-Region Mark Brandenburg, Frank Techen, teil, der die Unterstützung durch das Land Brandenburg begrüßte und den KollegInnen der Fachstelle für ihre wichtige Arbeit auch weiterhin die Unterstützung des gesamten Teams in der unmittelbar benachbarten DGB-Regionsgeschäftsstelle zusagte.



In einer gemeinsamen Pressemeldung des MASGF Brandenburg und des DGB Berlin-Brandenburg äußerten sich die Gäste:

Arbeitsministerin Diana Golze:
Wir wollen im Land Brandenburg verhindern, dass Zuwanderer und Geflüchtete als billige Arbeitskräfte, die ihre Rechte nicht kennen, ausgebeutet werden. Die Fachstelle ‚Migration und Gute Arbeit‘ ist eine kompetente Anlaufstelle für alle Betroffenen. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass das Angebot angenommen wird. Wir wissen aber auch, dass viele Betroffene aus Angst oder Unwissenheit in ihrer Not nicht tätig werden. Ich hoffe, dass sich das Hilfsangebot noch stärker herumspricht und bekannter wird. Es ist wichtig, dass Migrantinnen und Migranten ihre Rechte als Beschäftigte kennen.

Doro Zinke, Vorsitzende des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg:Das erste Jahr der Fachstelle hat gezeigt, wie groß der Bedarf an muttersprachlicher Unterstützung in arbeitsrechtlichen Fragen in Brandenburg ist. Damit unrechtmäßig vorenthaltene Löhne aber regelmäßig und vollständig ausgezahlt werden, fordern wir schon lange ein Verbandsklagerecht für Gewerkschaften. Gerade jetzt, wo auch Geflüchtete vermehrt auf den Brandenburger Arbeitsmarkt kommen, muss deutlich gemacht werden, dass sie kein arbeitsrechtliches Freiwild sind. Wir möchten Migrantinnen und Migranten für die Gewerkschaften gewinnen, um ihnen einen umfassenden Schutz zu bieten. Daneben ist auch präventive Arbeit wichtig, etwa durch die Schulungen der Fachstelle zu Arbeitsrechten und zu Möglichkeiten, sich vor Arbeitsausbeutung zu schützen.

 

Die vollständige Pressemitteilung:

 


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