Deutscher Gewerkschaftsbund

31.01.2019
POTSDAM

Techen: Aktion der Krankenhausbeschäftigten richtig!

Demo vom Ernst-von-Bergmann-Klinikum zum Rathaus

von DGB Potsdam / ver.di Potsdam-Nordwestbrandenburg

Am 30.Januar sind 200 Beschäftigte des Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikums dem Aufruf von ver.di gefolgt und haben sich an einer Demo vom Klinikum zum Rathaus beteiligt, um dort zur Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ihren Ärger über unhaltbare Arbeitsbelastungen deutlich zu machen. Potsdams DGB-Vorsitzender Frank Techen sicherte den Beschäftigten die Solidarität der anderen Gewerkschafter*innen zu.

Beschäftigte vor EvBergmann-Klinikum

Bild © DGB Westbrandenburg

Aufmerksamkeit für unhaltbare Zustände - für die Beschäftigten und ver.di ein Erfolg! Denn es gärt schon lange im Potsdamer Klinikum bei den Beschäftigten. Die Arbeitsbedingungen hatten sich zusehens verschlechtert. Es gibt viele personelle Ausfälle, zudem herrscht ein hoher Krankheitsstand bei den Pflegekräften. Im Jahr 2018 haben allein 2221 Mitarbeiter des Klinikums im Potsdam und 206 Mitarbeiter des Klinikum Westbrandenburg eine Gefährdungsanzeige (wegen Überlastung) verfasst. Die hohe Zahl an Gefährdungsanzeigen ist ein deutlicher Hinweis auf die Überlastung der Beschäftigten und darauf, dass die Qualität der Pflege stark gefährdet sein könnte.

Beschäftigte vor Klinikum

Bild © DGB Westbrandenburg

Die Beschäftigten fordern mehr Personal, kein Holen aus dem Frei, keine Leasingkräfte, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, keine Mitarbeiter zweiter Klasse und Schluss mit den Ausgliederungen. Auch die Beschäftigten der Poliklinik Ernst-von-Bergmann GmbH beteiligen sich an der Protestaktion. Sie sollen innerhalb der Klinikgruppe den Arbeitgeber wechseln.

Gegen Arbeitsbelastungen

Bild © DGB Westbrandenburg

 

Betroffen sind alle Therapeuten, Optometristen und Optiker, Prämedikationsassistenten und ein Teil der Medizinischen Fachangestellten. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten als unternehmensinterne Leiharbeiter oft bereits seit Jahren auf demselben Arbeitsplatz in einem anderen Unternehmensteil der Klinikgruppe Ernst von Bergmann. Nun werden die betroffenen Beschäftigten der Poliklinik zum Unterschreiben neuer Arbeitsverträge gedrängt. Für viele stellen sich die neuen Vertragsbedingungen viel ungünstiger dar.

Protestierende

Bild © DGB Westbrandenburg

Potsdams DGB-Vorsitzender Frank Techen, der an der Aktion teilnahm, richtete Grußworte an die Kolleg*innen des Klinikums und betonte die Rechtmäßigkeit und Notwendigkeit, den berechtigten Protest auf die Straße und in die Öffentlichkeit zu tragen und sieht hier die Pflicht des Handelns bei der Politik - insbesondere in der Rücknahme der vielen Ausgliederungen, der Rückkehr des Klinikums in den Arbeitgeberverband und des längst überfälligen EINEN Tarifvertrages für alle Beschäftigten!

Grund für die derzeitige Entwicklung ist laut der Geschäftsführerin des ver.di-Bezirkes Potsdam-Nordwestbrandenburg, Susanne Feldkötter, der Personalmangel und die nicht ausreichende Finanzierung der Krankenhäuser. Mit ihrer Aktion appellierten die Beschäftigten an die Stadtverordneten im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Potsdam, dafür Sorge zu tragen, dass die notwendigen Investitionskosten für die Krankenhäuser des Landes Brandenburg ausreichend finanziert werden. Ansonsten befürchten sie in naher Zukunft den Kollaps der medizinischen Versorgung. Um diese Entwicklung zu stoppen, hoffen die Beschäftigten auf die Unterstützung durch die Stadtverordneten und ein Bekenntnis zu ihrer sozialen Verantwortung in der Stadt Potsdam.

ver.di am Krankenhaus

Bild © DGB Westbrandenburg


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